Meine erste Modellbahnplatte in Spur N

 
 

Es war ein kalter Abend in der Wormser Fußgängerzone im Frühjahr 1992. Wie immer gingen meine Eltern in zahlreichen Geschäften einkaufen, während ich in den Vedes-Spielwarenladen ging und mich ca. 1 Stunde drin aufhielt und mir Spielzeug anschaute. Vor allem Matchbox-Autos konnte ich ewig ansehen. Aber diesmal war da noch was anderes: Auf einer Ablage lag ziemlich weit unten ein dicker Katalog von einer Firma namens "Fleischmann" und daneben ein Zettel mit der Aufschrift "kostenlos". Der Katalog mit Loks drauf kostete also üblicherweise Geld und war - wie ich später mitbekam - wegen der Nürnberger Spielwarenmesse veraltet gewesen und deshalb kostenlos. Damit hatte die Modellbahnwelt einen neuen Kunden gewonnen!

 

Ich weiß noch genau, wie ich mich am vereinbarten Treffpunkt auf eine Bank setzte und mir im spärlichen Licht der Laterne die Lokomotiven und Waggons in dem Katalog anschaute. Ein Traum begann in meinem Kopf zu wachsen... Damals waren die Kataloge ein letztes Mal von Fleischmann in Spur H0 und N zusammen herausgebracht worden. Klar, in H0 hatte man eine viel größere Auswahl, aber in mein kleines Kinderzimmer würde ich allerhöchstens eine N-Bahn reinkriegen. Aber selbst das war eigentlich utopisch. Also schminkte ich mir die Gedanken irgendwann wieder ab. Den Katalog schaute ich mir trotzdem immer wieder mal an.

 

Zu Weihnachten wünschte ich mir wieder einen Siku-Lkw, wie sonst auch üblich. Doch den bekam ich nicht! Stattdessen lag ein riesiges Geschenk unter dem Weihnachtsbaum. War das wohl für meinen Bruder? Nein! Es stand mein Name drauf! Als ich es aufmachte, traute ich meinen Augen kaum: Ein InterCity-Startset von Fleischmann Spur N! "Das gibt's doch nicht!" rief ich und war glücklich wie selten zuvor. So eine Überraschung hatte ich zu Weihnachten noch nicht bekommen. Würde diese Anlage denn wirklich in mein Zimmer passen?

 

Als Eisenbahnplatte stellte mein Vater einen alten Tappeziertisch zur Verfügung. Ein Drittel vom langen Aufbau ließen wir weg, auf den restlichen Platz paßte die ovale Bahn mit zwei Kurvenweichen einwandfrei drauf. In der Folge klapperte ich alle möglichen Spielzeugläden ab und irgendwo fand ich dann einen herrlichen Bahnhof von der Firma Kibri. Osterburken war es und er entsprach genau meinen Vorstellungen. Viele andere Häuser kamen nicht auf die Platte, das Geld reichte einfach nicht in den jungen Jahren.

 

 

 

 

Viele Fotos habe ich leider nicht mehr von der ersten Platte...

 

 

 

 

Es ging sogar mal zum originalen Bahnhof nach Osterburken! Rechts bin ich zu sehen, meine Mutter steht vor unserem Clio:

 

 

 

 

 

V3: seit 2016

V2: 1994 bis 1999

V1: 1992 bis 1994

V0: 1977 bis 1980

 

 
   

 

 
 

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